Umwelt des Neuen Testaments (Grundrisse zum Neuen Testament, by Eduard Lohse

By Eduard Lohse

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Herodes Agrippa gab sich als frommer Jude, der auf gen aue Befolgung des Gesetzes bedacht war. Von den Schriftgelehrten und Pharisäern wurde er deswegen sehr gelobt. Aber diese Haltung nahm er nur bei den Juden ein, der hellenistischen Bevölkerung seines Reiches trat er anders gegenüber. Hier gebärdete er sich als hellenistischer Fürst, der nach dem Vorbild seines Großvaters sein Ansehen durch Bauten und Stiftungen zu mehren suchte. 12,21-23). Als er starb, wurde die Herrschaft nicht seinem Sohn Agrippa übertragen, sondern das ganze Land zur Provinz Syrien geschlagen und von römischen Prokuratoren verwaltet, die dem Statthalter in Syrien unterstanden und ihren Amtssitz wieder in Caesarea nahmen.

Die Mächte des Bösen aber werden am Ende besiegt und entmachtet. Das Judentum hat die dualistische Grundstruktur der Apokalyptik ausgebildet, indem irailische Vorstellungen aufgenommen und mit dem Bekenntnis zum Gott Israels als dem Herrn der Welt verbunden wurden: Diesem Äon steht jener Äon gegenüber. Gegen dIe satanische Gewalt muß ein harter Kampf bestanden werden. Die Toten werden auferweckt, dann folgt das Gericht und die endzeitliche Erlösung. Die übernahme endzeitlicher Vorstellungen aus der iranischen Religion wurde dadurch ermöglicht, daß im Judentum die Voraussetzungen vorhanden waren, um mit Hilfe der aus dem Iran kommenden Anschauungen den alten Glauben in neuer Weise zum Ausdruck zu bringen.

Empörte Juden verhöhnten den Statthalter, indem sie in Jerusalem umhergingen und um Geld für den armen Prokurator bettelten. Gessius Florus geriet darüber in Wut und gestattete seinen Soldaten, in der Stadt zu plündern. Von Caesarea her ließ er zwei weitere Kohorten anrücken und verlangte von den Juden, sie sollten die Truppen feierlich einholen. Besonnene Kreise, vor allem der Hohepriester und seine Anhänger, rieten, nachzugeben und diese Zumutung nicht zurückzuweisen. So fand sich das Volk bereit, sich diese tiefe Demütigung gefallen zu lassen.

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