Glaubwürdigkeit und Reputation der Geldpolitik: Das by Steffen Kastner

By Steffen Kastner

Die vorliegende Arbeit behandelt ein Thema, das vor allem in jüngster Zeit in der Geldtheorie große Aufmerksamkeit gefunden hat. Gerade in Deutschland sind Glaubwürdig­ keits-und Reputationsaspekte der Geldpolitik besonders heftig -wenn auch meistens auf po­ pulär-wissenschaftlichem Niveau -diskutiert worden. Zu denken ist beispielsweise an die "Zinspolitik der Trippelschritte" , die von der Bundesbank sicherlich auch mit dem Ziel ver­ folgt wurde, beim Publikum keine längerfristigen Inflationserwartungen zu wecken. Der Verfasser erörtert die Probleme der Glaubwürdigkeit und acceptance modelltheore­ tisch. Die Ausführungen basieren durchweg auf spieltheoretischen Überlegungen, die die Zu­ sammenhänge zwischen dem Verhalten der Notenbank und den Erwartungen der Privaten analysieren. Das four. Kapitel stellt dabei den Kern der Arbeit dar. Wichtigstes Ergebnis der diskutierten Modelle ist, daß aufgrund von Erwartungsirrtümern der Privaten -jedenfalls auf kurze und mittlere Sicht -reale Effekte von der Geldpolitik ausgehen können. Vor allem in Zeiten hoher Unterbeschäftigung, in denen das Beschäftigungsziel im Vordergrund steht, kann die Effizienz der Geldpolitik durch nicht vorhandene Informationen der Privaten erhöht werden. Die Notenbank hat jedoch abzuwägen, ob die kurzfristig erzielten realen Effekte den Nachteil zukünftig höherer Inflationserwartungen rechtfertigen.

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Die vorliegende Arbeit behandelt ein Thema, das vor allem in jüngster Zeit in der Geldtheorie große Aufmerksamkeit gefunden hat. Gerade in Deutschland sind Glaubwürdig­ keits-und Reputationsaspekte der Geldpolitik besonders heftig -wenn auch meistens auf po­ pulär-wissenschaftlichem Niveau -diskutiert worden. Zu denken ist beispielsweise an die "Zinspolitik der Trippelschritte" , die von der Bundesbank sicherlich auch mit dem Ziel ver­ folgt wurde, beim Publikum keine längerfristigen Inflationserwartungen zu wecken. Der Verfasser erörtert die Probleme der Glaubwürdigkeit und acceptance modelltheore­ tisch. Die Ausführungen basieren durchweg auf spieltheoretischen Überlegungen, die die Zu­ sammenhänge zwischen dem Verhalten der Notenbank und den Erwartungen der Privaten analysieren. Das four. Kapitel stellt dabei den Kern der Arbeit dar. Wichtigstes Ergebnis der diskutierten Modelle ist, daß aufgrund von Erwartungsirrtümern der Privaten -jedenfalls auf kurze und mittlere Sicht -reale Effekte von der Geldpolitik ausgehen können. Vor allem in Zeiten hoher Unterbeschäftigung, in denen das Beschäftigungsziel im Vordergrund steht, kann die Effizienz der Geldpolitik durch nicht vorhandene Informationen der Privaten erhöht werden. Die Notenbank hat jedoch abzuwägen, ob die kurzfristig erzielten realen Effekte den Nachteil zukünftig höherer Inflationserwartungen rechtfertigen.

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10), Cukierman (1984, S. 7), Fischer und Modigliani (1978) sowie Moore (1984). -21(3) Differenziert man nun Gleichung (3) nach 7r, setzt den sich ergebenden Ausdruck gemäß der Minimierungsbedingung erster Ordnung gleich Null und löst nach verlustminimale Inflationsrate 7r auf, ergibt sich die 7r': 6 (4) Gleichung (4) verdeutlicht den engen Zusammenhang zwischen den Inflationserwartungen der Privaten und der von der Notenbank erzeugten Inflationsrate. Darin kommt die eingangs der Arbeit geschilderte Interdependenz zwischen dem Verhalten der beiden Spieler zum Ausdruck.

Die Gewerkschaft versucht folglich, derartige Abweichungen zu minirnieren. 4 Gleichung (4) impliziert darüber hinaus, daß die Arbeitnehmer nicht nur eine bestimmte Lohnvorstellung haben, sondern auch die Beschäftigungshöhe in ihrem Kalkül berücksichtigen. 5 Dies wird deutlich, wenn man ein Reallohnniveau unterstellt, das über dem Zielniveau liegt. Auch in diesem Falle leitet sich ein Verlust für die Gewerkschaft ab, das heißt der Nutzengewinn eines höheren Lohnes reicht nicht aus, um den Nutzenverlust einer niedrigeren Beschäftigung auszugleichen.

Damit verändert sich die Höhe der erwarteten Inflationsrate gegenüber dem Grundmodell nicht. Für 1I'd ergibt sich wie bisher: (3) Man erhält wiederum die optimale Inflationsrate, indem man 11':1 in Gleichung (2) durch die rechte Seite von (3) substituiert, den sich ergebenden Ausdruck für u anschließend in (1) einsetzt und die Verlustfunktion der Notenbank nach 11' ableitet. Unter Beachtung der Minimierungsbedingung erster Ordnung folgt: (4) Gleichung (4) zeigt, daß die Inflationsrate bei Ausbleiben einer Störung [E=O] die von den Privaten erwartete Höhe aufweist.

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