Doktor Pascal (Bd. 20) by Emile Zola

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Höhle des Schweigens

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Aber er mußte sich einen Stuhl nehmen, denn das obere Brett war so hoch, daß er trotz seiner Größe nicht hinaufreichen konnte. Auf diesem oberen Brett waren, methodisch geordnet, eine ganze Reihe riesiger Aktenstücke übersichtlich abgelegt. Es waren die verschiedensten Dokumente, handgeschriebene Blätter, Aktenstücke auf Stempelpapier, ausgeschnittene Zeitungsartikel, zusammengeheftet in Aktendeckeln aus starkem blauem Papier, und auf jedem dieser Aktendeckel stand in großen Buchstaben ein Name geschrieben.

Ja, der Meister hat ihn zu den Akten gelegt. Ach, was er da an Aufzeichnungen begräbt! Die Geburten, die Todesfälle, die geringsten Vorkommnisse des Lebens, alles kommt dort hinein. « Die Augen der alten Frau Rougon waren aufgeflammt. Sie sah das junge Mädchen starr an. « �O nein, Großmutter! « Aber Félicité glaubte ihr nicht. « �Nun gut, mein Kind«, rief Félicité heftig, die sich von ihrer Leidenschaft hinreißen ließ. « Ach, diese abscheulichen Akten, sie sah sie nachts in ihren Alpträumen in feurigen Buchstaben die wahren Geschichten, die physiologischen Schandflecke der Familie, die ganze Kehrseite ihres Ruhms zur Schau stellen, die sie am liebsten auf ewig vergraben hätte samt den bereits toten Vorfahren!

Einst war hier ein französischer Garten gewesen, von dem jetzt nur noch die Buchsbaumeinfassungen übrig waren, die sich sicher an diesen Schatten gewöhnt hatten, denn sie waren kräftig gewachsen und groß wie Sträucher. Und den Zauber dieses so schattigen Winkels machte ein Brunnen aus, ein einfaches Bleirohr, das man in den Schaft einer Säule eingelassen hatte und aus dem sogar während der größten Trockenheit unaufhörlich ein Rinnsal von der Dicke des kleinen Fingers floß. Ein Stück weiter speiste dieses Rinnsal ein breites moosiges Becken, dessen grünüberzogene Steine nur alle drei oder vier Jahre gesäubert wurden.

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