Der Zusammenbruch (Bd. 19) by Emile Zola

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Höhle des Schweigens

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Darauf erhoben sich Geräusche, die man nicht recht erkannte: das Schnauben eines Pferdes, das Aufstoßen eines Säbels, das Fliehen eines verspäteten Herumtreibers – alles gewöhnlicher Lärm, der bedrohliches Dröhnen annahm. Aber mit einemmal blitzte bei den Kantinen ein großer Schein auf. Die erste Zeltreihe war davon grell beleuchtet, man sah die in einer Linie aufgestellten Gewehrpyramiden, die regelmäßigen und hellen Gewehrläufe, über die roter Widerschein lief gleich frisch ausströmendem Blut; und düster und aufrecht tauchten plötzlich die Posten in dieser Feuersbrunst auf.

Maurice und Jean waren unter das Zelt gekrochen, wo bereits Loubet, Chouteau, Pache und Lapoulle, den Kopf auf dem Tornister, zusammengepfercht lagen. Es gingen sechs hinein, vorausgesetzt, daß sie die Beine abzogen. Loubet hatte zuerst allen Appetit gemacht, indem er Lapoulle einredete, morgen früh werde es Hühnchen bei der Verpflegungsausgabe geben; aber sie waren zu müde; sie schnarchten, mochten die Preußen kommen. Einen Augenblick blieb Jean, ohne sich zu rühren, dicht an Maurice gepreßt, liegen.

Und als in Maurices Beisein gesagt wurde, man marschiere zum Gefecht gegen die Preußen, um Rache zu nehmen, zuckte er ungläubig die Achseln. In einer knappen Viertelstunde wurde das Lager abgebrochen, wurden die Zielte zusammengelegt, wieder auf die Tornister geschnallt, die Gewehrpyramiden auseinandergenommen, und auf der nackten Erde blieben nur die Kochfeuer zurück, die vollends erloschen. Es waren schwerwiegende Gründe, die General Douay soeben zu einem sofortigen Rückzug bewogen hatten. Die bereits drei Tage alte Depesche des Unterpräfekten von Schlettstadt fand sich bestätigt.

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